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Schlaflosigkeit: Ursachen und Folgen

Schlaflosigkeit: Ursachen und Folgen

Schlaf ist wichtig für den Menschen, denn sowohl der Körper, als auch der Geist erholen sich während der Nachtruhe. Doch, wie es den Anschein hat, ist richtiges Schlafen eine Kunst für sich, denn hierzulande leiden circa acht Millionen Deutsche an Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen. Die meisten der Betroffenen haben demnach ein Problem damit richtig durchzuschlafen.

Der Schlaf lässt sich im Grunde mit dem Stand-by-Modus des Fernsehers vergleichen, denn während der Nachtruhe werden Stoffwechselfunktionen, Atmung, sowie Kreislauf heruntergefahren. Je älter der Mensch wird, desto weniger Schlaf braucht dieser, allerdings führt eine zu geringe Schlafdauer mit der Zeit zu Gesundheitsproblemen.

Nächtlicher Harndrang oder Stress sorgen für schlaflose Nächte

Experten unterteilen Schlafstörungen in unterschiedliche Kategorien. So gibt es die Einschlaf-, sowie die Durchschlafprobleme, übermäßige Schläfrigkeit, zu frühes Erwachen, Schlafapnoe, Schnarchen, Aufwachstörungen und Albträume. Stress, aber ebenso Depressionen gehören hier zu den häufigsten Ursachen, denn gerade kurz vor dem Einschlafen beschäftigen sich viele Menschen mit ihren Problemen und Sorgen.

Hinzukommt, dass Schlaflosigkeit aber auch ein Begleitsymptom diverser Krankheiten sein kann. So löst ein zu hoher Blutdruck oftmals Schlafprobleme aus, während eine Hauterkrankung einen Juckreiz auslösen kann, der dann vom Schlafen abhält. Einige Betroffene verspüren außerdem gerade des Nachts den Drang öfter einmal die Toilette aufsuchen zu müssen und auch dies kann zu einem gestörten Schlaf führen. Gleiches gilt für das Restless-Legs-Syndrom, denn in diesem Fall geben viele Patienten dem Bewegungsdrang nach und stehen des Nachts auf, um ihre Beine zu beruhigen.

Laut einer wissenschaftlichen Studie, welche in Göttingen durchgeführt wurde, verteilen sich die Ursachen für Schlaflosigkeit folgendermaßen:

  • Psychische Ursachen führen bei 36% der Menschen zu Schlaflosigkeit.
  • Belastung, sowie Stress löst hingegen bei rund 24% der Menschen Schlafprobleme aus.
  • Auch organische Erkrankungen führen bei 24% der Betroffenen zu Schlafstörungen.
  • Neun Prozent der Betroffenen schlafen schlecht und wenig, da sie in Schichten arbeiten oder aber beständig mit Lärm zu kämpfen haben.
  • Alkohol-, sowie eine Medikamentensucht sorgt bei rund sieben Prozent der Betroffenen für schlaflose Nächte.

Schlaflosigkeit beeinflusst sowohl das Gemüt, als auch das Herz negativ

Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen sind allerdings nicht nur allein die Folge von verschiedenen Krankheiten. Kommt es stetig zu schlaflosen Nächten kann dies ebenfalls Erkrankungen auslösen. Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme, Depressionen, Neurosen, sowie Angstkrankheiten können somit die Folge von Schlafproblemen sein. Hinzu kommt, dass Betroffene tagsüber häufig mit Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, schlechter Stimmung und mit Aggressionen zu kämpfen haben.

Ebenfalls können auch Alltagsstress, unregelmäßige Essenszeiten, unregelmäßige Schlafenszeiten, lange Arbeitszeiten, sowie ein übermäßiger Nikotin-, wie Alkoholgenuss dazu führen, dass in der Nacht der Schlaf ausbleibt. In diesem Fall sorgt dann die vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol dafür, dass viele Betroffene nicht einschlafen bzw. durchschlafen können. Am Tage haben diese Menschen dann häufig mit starken Erschöpfungs-, wie Müdigkeitserscheinungen zu kämpfen und auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lässt demnach schnell nach und erschwert das Arbeiten und andere Tätigkeiten.

Viele Verkehrsunfälle hängen mit nächtlicher Schlaflosigkeit zusammen

Wer des Nachts häufiger an Schlaflosigkeit leidet, ist tagsüber entsprechend müde. Vor allem im Straßenverkehr kann dies schlimme Folgen haben, denn die Unfallgefahr steigt jetzt rapide an. Laut der Experten schränkt Müdigkeit die Fahrtüchtigkeit ähnlich ein, wie Alkohol. Müde Fahrer am Steuer reagieren nachgewiesen langsamer, können sich schlechter konzentrieren und überschätzen sich häufig.

Die Fahrleistung wird folglich stark beeinträchtigt. Studien haben bereits gezeigt, dass eingeschlafene Fahrer in Deutschland für jeden vierten tödlichen PKW-Verkehrsunfall verantwortlich waren. Mindestens jeder sechste schwere Unfall auf Deutschlands Straßen verursachte dagegen ein erschöpfter Berufskraftfahrer. Demnach gehört Müdigkeit zu den häufigsten Unfallursachen. Selbst tatsächliches Einschlafen am Steuer kommt außerdem häufiger vor, als gedacht.

Immer mehr Menschen kämpfen mit Schlaflosigkeit

Schlafprobleme nehmen zu. Inzwischen leidet jeder Vierte an Schlafstörungen. Betroffen sind mehr Frauen, als Männer und mehr ältere Personen, als Jüngere. Die Tendenz zeigt außerdem weiter nach oben. Eigentlich verschläft der Mensch bekanntlich ein Drittel seines Lebens. Nahezu 3.000 Stunden von insgesamt 8.760 Stunden eines Jahres verbringt eine Person schlafend.

Im Durchschnitt verschläft der Mensch demnach etwa 24 Jahre seines Lebens. Doch Schlafprobleme nehmen zu. Allein am nächtlichen Schlafdefizit bis hin zur Schlaflosigkeit leiden in den westlichen Industrieländern etwa 15 bis 25% der Bevölkerung. Von diesen Betroffenen kämpfen mehr als 50% so stark mit diesem Problem, dass eine entsprechende Therapie unabdingbar sein sollte, da die Konsequenzen für den folgenden Tag ansonsten immer folgeschwerer werden.

Schlafprobleme sind nicht gleich Schlafprobleme

Im Grunde ähneln Schlafprobleme ein wenig den seelischen Problemen. So denken viele Menschen bei seelischen Störungen automatisch gleich an Geisteskrankheiten und übersehen dabei völlig, dass lediglich nur ein Prozent der Betroffenen an solchen leiden. Jeder vierte Bundesbürger hingegen quält sich mit anderen seelischen Beschwerden herum. Dennoch meinen immer noch zahlreiche Menschen, dass lediglich Schizophrenien, sowie Suchterkrankungen seelischer Natur wären, so dass diese bei Depressionen, Angststörungen und ähnlichen Problemen den Gang zum Experten scheuen.

Auch Schlafstörungen sind außerdem nicht immer mit einem Schlafdefizit verbunden. Hinzu kommt, dass Schlafprobleme nicht nur seelische, körperliche, sowie medikamentöse Ursachen haben können. Während einige Menschen an Schlaflosigkeit leiden, kämpfen andere hingegen mit zu viel Schlaf und das meist sogar zur falschen Zeit. Dies empfinden Betroffene oftmals als lästig und gleichzeitig birgt auch dieses Schlafverhalten Gefahren.

Demzufolge sollten Betroffene von Schlaflosigkeit, sowie anderen Schlafproblemen schnell erkennen, dass sie sich professionelle Hilfe suchen sollten. Der Gang zum Mediziner oder auch in ein Schlaflabor macht sich meist immer bezahlt, denn sowohl die Lebensqualität, als auch die Leistungsfähigkeit profitieren davon. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für die allgemeine Gesundheit. Je früher die Ursache für die Schlaflosigkeit gefunden wird, desto besser, denn umso früher kann die entsprechende Therapie in die Wege geleitet und das Problem behoben werden.

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