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Doping: Immer mehr Jugendliche dopen sich schön und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel
Muskeldoping unter Jugendlichen nimmt zu.

Doping: Immer mehr Jugendliche dopen sich schön und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel

Testosteron, sowie Clenbuterol heißen die bekannten Dopingklassiker, die Muskeln wachsen lassen. Keineswegs finden sich diese Mittel aber nur mehr vereinzelt im Leistungssport, denn gerade im Fitnessbereich steigt die Nachfrage fast täglich. Vor allem Jugendliche greifen hier immer häufiger zu und schlucken alles. Rücksicht auf ihre Gesundheit nehmen die jungen Menschen nicht, denn hier zählt nur eins, gut aussehen.

Der eidgenössische Zoll fängt heute gleich drei Mal so viele Anabolika-Lieferungen ab, wie noch vor fünf Jahren. Dies allein sorgt bei Experten schon für Entsetzen, aber es kommt noch schlimmer, denn die Konsumenten solcher muskelaufbauender Präparate werden immer jünger.

Zunehmend handelt es sich hier um Teenager, sowie junge Erwachsene. Der Kölner Sportwissenschaftler Michael Sauer beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Prävention von Anabolika-Missbrauch im Jugendbereich.

Bei einer  Befragung von 1200 Jugendlichen im Jahr 2008 kam bereits heraus, dass etwa 50% der jungen Leute an Anabolika interessiert wären. 7% der Befragten benutzen sie sogar schon.

Teenager nehmen bereitwillig leistungsfördernde Präparate zu sich

Wie diese Zahlen heute aussehen, ist bisher noch unklar. Experte, Sauer hat aber bereits festgestellt, dass die Jugendlichen heutzutage noch schneller bereit sind etwas einzunehmen. Dies fängt bei harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln an und endet schnell bei Dopingsubstanzen, die den Muskelaufbau vorantreiben.

Deutlich zeigen dies die Zahlen des Zollkriminalamtes Köln im Zusammenhang mit Anabolika und anderen Dopingmitteln, denn 2012 gab es insgesamt 1026 Ermittlungsverfahren, zehn Mal mehr als noch im Jahr 2009. 2012 beschlagnahmten deutsche Zollfahnder mehr als doppelt so viele Pillen, als im Jahr zuvor.

406.000 Tabletten stehen hier 180.000 Pillen gegenüber. Wobei es sich hier lediglich um die Spitze des Eisbergs handelt, wie der Fang bei Großrazzien vor sechs Jahren beweist. Über drei Millionen Tabletten, sowie 14,5 Millionen Ampullen zog der Zoll damals aus dem Verkehr.

Anabolika stammen häufig aus Fernost und aus Küchenlaboren

Die klassischen Anabolika, wie Testosteron und Clenbuterol werden meist über das Internet bestellt und stammen aus den fernöstlichen Ländern. Thailand, Indien, wie China gehören zu den bekanntesten Laborstandorten. Immer öfter kommt es zudem vor, dass lediglich die Zutaten für die Pillen importiert werden, so dass die Dopingpräparate dann in unserem Land in sogenannten Küchenlaboren zusammengemixt werden. Die Deals laufen dann nicht anders ab, als bei anderen Drogen auch. Handel, Import, Besitz, wie Verkauf von Anabolika und Co sind strafbar und keineswegs legal in Deutschland.

Während Leistungssportler in der Regel solche Mittel zu sich nehmen, um ihre Leistung zu steigern, schlucken Jugendliche heute solche Präparate lediglich um gut auszusehen. Riesenbizeps, Stiernacken und Sixpacks sollen es sein und häufig wird dann alles in sich hinein gepumpt, was man kriegen kann.

Von den gesundheitlichen Folgen bleiben Teenager unbeeindruckt

Die Folgen des Missbrauchs schrecken kaum einen Jugendlichen ab. Viele der Konsumenten kennen sich mit Anabolika sehr gut aus und somit sind auch die Risiken in vielen Fällen bekannt. So lange sie von diesen nicht selbst betroffen sind, stören die Teenies sich einfach nicht daran. Dabei stehen die unmittelbaren Nebeneffekte von Anabolika mit einem guten Aussehen keinesfalls in Zusammenhang. Einnahmen können demnach zum Haarausfall, Hautrisse, wie Akne führen. Kommt es dauerhaft zu Anabolika Anwendungen führt dies unter Umständen verdickten Herzmuskel, Zeugungsunfähigkeit, sowie zu schlechten Leber- und Blutfettwerten.

Die langfristigen Schäden interessieren die Jugendlichen aber noch viel weniger. Zumal kaum jemand voraussehen kann, welche Anabolika in welcher Konzentration und Kombination welche Auswirkungen haben kann. Leider sind die illegalen muskelaufbaufördernden Präparate aber sogar für den kleinen Geldbeutel erschwinglich. Für rund 100 Euro ein kann sich ein Teenager einen Monat lang mit den nötigen Pillen versorgen.

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