Die Highlights jeder Radsport-Saison

Während Fußballfans jedes Jahr die Finalspiele in den europäischen Wettbewerben herbeisehnen, gibt es für Fans des Radsports kaum etwas Größeres, als die bekannten Radsport-Klassiker. Diese Klassiker, die mitunter schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ausgetragen werden und somit sogar deutlich länger existieren als die Fußball-Weltmeisterschaft. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen die bedeutendsten Radsport-Klassiker einmal genauer vorstellen und Ihnen verraten, welche Bedeutung diese für Fans und Teilnehmer besitzen.

Die Radsport-Klassiker

Im Radsport werden ausschließlich Eintagesrennen als Klassiker bezeichnet, die auf eine lange Tradition zurückblicken können. Viele der Radsport-Klassiker, die noch heute ausgetragen werden, haben Ihren Ursprung häufig in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, womit diese bereits seit über 100 Jahren stattfinden.

Ein Merkmal dieser Klassiker ist es, dass sich sowohl der Streckenverlauf als auch die Anforderungen im Laufe der Jahre kaum verändert haben. Ebenso wie die Bedeutung der Rennen für die Fans und die beteiligten Fahrer, für die es bei den Klassikern um mehr geht als Medaillen und Pokale. Und das, obwohl zum Beispiel die Trophäe, welche der Sieger bei Paris-Roubaix erhält, ein echter, wenn auch ungewöhnlicher Hingucker ist. Denn der Sieger erhält als Trophäe einen echten Pflasterstein auf einem Sockel überreicht sowie ein Messingschild an einer der Duschen in dem traditionsreichen Radstadion von Roubaix.

Mailand – Sanremo

Der Klassiker Mailand-Sanremo ist mit einer Länge von fast 300 Kilometern das längste Eintagesrennen und der Streckenverlauf hat sich in den vergangenen 110 Jahren kaum verändert.

Von der Piazza Castello in Mailand machen sich die beteiligten Fahrer auf den beschwerlichen Weg nach Sanremo. Zwei kurze, dafür extrem steile Anstiege versprechen traditionell große Spannung.

Unter den Siegern befanden sich in der Vergangenheit häufig Sprinter, welche in dem entscheidenden Massensprint vor der Zieleinfahrt den Sieg herausfahren konnten.

Der deutsche Erik Zabel gewann den Klassiker Mailand-Sanremo um die Jahrtausendwende herum ganze viermal, weshalb dieser in Italien als „Signore San Remo“ bekannt ist.

Flandern-Rundfahrt

Die Flandern-Rundfahrt findet jährlich im April statt und bildet den Höhepunkt der belgischen Radsport-Saison.

Erstmals wurde das Rennen im Jahre 1913 ausgerichtet und ist damit der jüngste Radsport-Klassiker. Die Rundfahrt wurde als Ausscheidungsrennen berühmt, da nur die besten Radprofis den steilen Anstiegen gewachsen waren.

Der berühmteste Streckenabschnitt ist die Mauer von Geraardsbergen, wobei es sich um eine schmale Straße mit einem Kopfsteinpflaster handelt. Dort müssen die Fahrer einen Höhenunterschied von 44 Metern auf einer Strecke von 475 Metern überwinden.

Letzter deutscher Sieger der Flandern-Rundfahrt war Steffen Wesemann im Jahr 2004, doch zumeist konnten die belgischen Fahrer ihren Heimvorteil bei der Flandern-Rundfahrt nutzen.

Paris – Roubaix

Mitte Mai findet im Norden Frankreichs der Klassiker Paris-Roubaix statt, der die beteiligten Fahrer über kopfsteingepflasterte Straßen führt und als „Königin der Klassiker“ oder „Hölle des Nordens“ bezeichnet wird.

Die Fahrer starten 80 Kilometer nördlich von Paris, in Compiègne und müssen auf der 250 Kilometer langen Strecke unter anderem die charakteristischen Pavé-Sektoren meistern, die mit historischem Kopfsteinpflaster bedeckt sind.

Nachdem mit Joseph Fischer bereits der ersten Auflage ein deutscher triumphierte, dauerte es in der Folge 119 Jahre, ehe mit John Degenkolb 2015 wieder ein Deutscher auf dem Siegerpodest stand.

Lüttich-Bastogne-Lüttich

Der Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich wurde bereits 1892 ausgetragen und ist damit der älteste Radsport-Klassiker. Das Rennen findet jedes Jahr Ende April statt und gilt wegen der hügeligen Strecke als einer der schwersten Klassiker.

Gestartet wird in Lüttich, von wo es für die Fahrer zunächst 100 Kilometer nach Bastogne und anschließend wieder zurück nach Lüttich in den Vorort Ans geht. Dabei legen die Fahrer etwa 258 Kilometer zurück und müssen dabei so viele Höhenmeter bewältigen wie bei einer Bergetappe der Tour de France.

Letzter deutscher Sieger war im Jahr 1979 Dietrich Thurau, dem dieses Kunststück nach Hermann Buse im Jahre 1930 erst als Zweites gelang.

Lombardei – Rundfahrt

Die Lombardei-Rundfahrt ist der einzige Klassiker, der im Herbst stattfindet und als „Rennen der fallenden Blätter bezeichnet wird.

Zudem wurde die Streckenführung des Rennens im Laufe der Zeit stark verändert und heute müssen die Teilnehmer auf dem Weg von Como nach Bergamo auf 240 Kilometern etwa 4400 Höhenmeter überwinden, was einen Vorteil für Kletterer darstellt, wohingegen Sprinter eher schlechte Chancen haben.

Die beste Platzierung eines Deutschen verbuchte im Jahr 2006 Fabian Wegmann, der bei dem Rennen der fallenden Blätter als dritter Fahrer das Ziel erreichte.

5/5 - (1 vote)

⇓ Weiterscrollen zum nächsten Beitrag ⇓


Schaltfläche "Zurück zum Anfang"